Auf den Spuren von Marco Polo

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    • Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg wurde neben vielen anderen Neuheiten auch das neue Spiel von Hans im Glück vorgestellt, es heißt Auf den Spuren von Marco Polo. Da ich schon so viel Positives darüber gehört und gelesen hatte war ich froh, dass wir an Ostern nun endlich Gelegenheit hatten, das Spiel auszuprobieren und möchte Euch darüber berichten.





      Auf den Spuren von Marco Polo ist für 2-4 Spieler ab 12 Jahren, die Spielzeit ist mit 20-25 Minuten pro Spieler angegeben, was in unserer ersten Partie auch gepasst hat.

      Ziel des Spiels ist es, über das Erfüllen von Aufträgen und das Reisen auf der Landkarte Siegpunkte zu bekommen und am Ende die meisten davon zu haben.

      Der obere Teil des Spielplans zeigt eine Landkarte, auf der einige der Orte, die Marco Polo bereiste, abgebildet und mit Wegen miteinander verbunden sind. Auf dem unteren Teil des Spielplans gibt es 5 Aktionsfelder, auf die die Spieler nacheinander Würfel in ihrer Farbe einsetzen, um die damit verbundenen Aktionen auszulösen. Die 5 Würfel in der eigenen Farbe können durch schwarze Würfel ergänzt werden, von denen in jeder Runde maximal 5 erworben werden können.

      Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein eigenes Spielertableau, auf dem die eigenen Handelsstationen und Würfel platziert werden und das Platz für die im Laufe des Spiels gesammelten Ressourcen (Gold, Seide, Pfeffer und Kamele) bietet. Außerdem erhält jeder Spieler einen Startauftrag, den er auf eines der beiden dafür vorgesehenen Felder auf dem eigenen Tableau platziert. Darüber hinaus erhält man 2 geheime Zielkarten mit jeweils 2 Orten, für deren Besuch man am Ende des Spiels mit zusätzlichen Siegpunkten belohnt wird.

      Das Spiel dauert 5 Runden, die sich vom Ablauf her immer gleichen. Grundsätzlich werden zu Beginn einer Runde die eigenen Würfel geworfen, denn der Wert eines Würfels hat immer auch Auswirkung auf die Aktion, die man mit ihm auslöst. Anschließend sind die Spieler reihum an der Reihe, um in jedem ihrer Züge eine der folgenden Hauptaktionen durchzuführen:

      • Auf dem Markt kann man sich Ressourcen besorgen, dazu platziert man eine vorgegebene Anzahl an Würfeln in die jeweilige Reihe. Jede Rohstoffreihe hat 6 Spalten und der kleinste platzierte Würfel gibt die Spalte an, aus der man sich maximal Rohstoffe nehmen darf.
      • Über die "Gunst des Khan" kann man zwei Kamele sowie eine beliebige andere Ressource kostenlos erhalten, muss auf dem Feld aber einen Würfel platzieren, der mindestens den gleichen Wert hat, wie der zuletzt platzierte Würfel.
      • Man kann für einen Würfel 5 Geld bekommen.
      • Man kann neue Aufträge erwerben. Zu Beginn einer Runde liegen 6 Aufträge aus und die Höhe des platzierten Würfels entscheidet auch hier darüber, bis zu welcher Spalte man aussuchen darf. Mit einem Würfel können ein oder zwei Aufträge erworben werden, man darf allerdings nie mehr als zwei unerledigte Aufträge auf seinem Tableau haben.
      • Man kann mit zwei Würfeln die Aktion des Reisens wählen. Der niedrigere der beiden Würfel entscheidet darüber, wie weit man ziehen darf. Das Reisen verursacht zum einen je nach Anzahl an Schritten pauschale Kosten, auf dem Spielplan sind an vielen Stellen aber noch weitere Kosten in Form von Geld oder Kamelen aufgedruckt. Kommt man in eine Stadt, in der man noch nicht gewesen ist, baut man automatisch einen Handelsposten, der einem ab sofort Vorteile bringt. Große Städte bieten neue Aktionsfelder, kleine Städte bringen einem ein regelmäßiges Einkommen zu Beginn der Runde.
      Grundsätzlich kann man ein von anderen Spielern besetztes Feld trotzdem nutzen und legt seine Würfel einfach auf die vorhandenen Würfel - allerdings kostet dies eine Art "Strafgebühr" in Höhe des kleinsten platzierten Würfels. Durch diesen Mechanismus ist man oftmals auch froh über kleinere Würfelergebnisse.

      Über die eigene Hauptaktion hinaus kann man in seinem Spielzug noch eine Vielzahl an Zusatzaktionen in beliebiger Anzahl durchführen, z.B. das Erfüllen von Aufträgen (man erhält dafür meist Siegpunkte, Geld, neue Aufträge und/oder schwarze Würfel), das Kaufen von schwarzen Würfeln, das Neuwürfeln oder Manipulieren der eigenen Würfel durch Abgabe von Kamelen oder das Eintauschen von eigenen Würfeln für 3 Geld pro Stück.

      Nach 5 Runden findet eine Endwertung statt, in der noch überprüft wird, wer die meisten Aufträge erfüllt hat (bringt nochmal 7 SP) und wer die Orte seiner Zielkarten besucht hat, was entsprechend belohnt wird.

      Auch wenn sich viele der beschriebenen Elemente sehr bekannt anhören, ist die Mischung in diesem Spiel im höchsten Maße gelungen, das Spiel ist sehr spannend und abwechslungsreich. Aus vielen Stadtkarten wählt man zu Beginn der Partie für jede Stadt zufällig eine aus, so dass der Aufbau in jeder Partie anders ist. Das gleiche gilt für Belohnungsmarker, die in jede Stadt gelegt werden und auf denen ein Bonus für den ersten eintreffenden Spieler aufgedruckt ist.

      Darüber hinaus bietet das Spiel noch ein weiteres ungewöhnliches Element. Jeder Spieler hat eine Charakterkarte, die ihm eine individuelle eigene Fähigkeit bringt. So braucht der eine Spieler z.B. niemals würfeln, sondern darf den Wert seiner Würfel beim Einsetzen immer frei wählen. Ein anderer hat einen zusätzlichen weißen Würfel und bekommt immer zu Rundenbeginn einen freien Auftrag. Oder ein weiterer Charakter erhält jedesmal einen Rohstoff der entsprechenden Sorte, wenn irgendein Spieler den Markt besucht, usw. Die Charaktere werden in der Anfängerpartie fest zugewiesen, in späteren Partien von den Spielern in einem Auswahlverfahren zu Beginn des Spiels ausgesucht.

      Als Fazit kann ich sagen, dass mir das Spiel sehr gut gefallen hat und ich mich schon sehr auf die nächsten Partie freue. Durch die vielen variablen Aspekte kann man hier sicher sein, dass das Spiel sich jedesmal anders anfühlt. Neue Zielorte, eine andere Charakterkarte, eine andere Auswahl und Verteilung an Stadtaktionen, andere Aufträge und vieles mehr führen hier zu einem immer anderen Spielerlebnis. Das Herumtüfteln, wie man die eigenen Würfel am sinnvollsten einsetzt, das individuelle Profitieren durch den eigenen Charakter, das Erfolgserlebnis, wenn man einen schwierigen Auftrag erfüllt oder einen weiten Ort endlich erreicht hat - all das macht Auf den Spuren von Marco Polo für mich zu einem ganz besonderen Spielerlebnis. Im Bereich der Vielspieler-Eurogames (das dem Thema immer treu bleibt und sich niemals zu mechanisch anfühlt) für mich bisher eins der großen Highlights dieses Jahrgangs!
      "Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen." (George Bernard Shaw)
    • Am Mittwoch konnten wir das Spiel nun auch endlich testen. Hat uns sehr gut gefallen.
      Die verschiedenen Charaktere sind wirklich sehr unterschiedlich, dennoch gab es bisher nie allzu grosse Punktdifferenzen zum Spielende. Im zweiten Spiel haben wir dann auch etwas stärker die Stadtaktionen genutzt
      Das Spiel ist nicht sonderlich kompliziert und bietet dennoch unterschiedliche Strategien, Abwechslung und einen Glücksanteil. Werden wir bestimmt noch öfters spielen...

      Kai Schober schrieb:

      • Taschenmammuts erschüttern nicht länger den Boden, wenn sie sterben. Ganz ehrlich, so schwer sind die nun wirklich nicht.